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PM Kloster 9 - 2019-09-12 /12:32 h

Kleider machen Leute - 3 Workshops und  open stage  im 5. Kreativ Garten Cafe von Kloster 9 e.V.

Nach einem erfolgreichen Tropen Tango Festival 2019 wendet sich der Verein Kloster 9 e.V. verstärkt dem Ausbau, des vom Hess. Ministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten soziokulturellen Zentrums Kloster 9 zu. Zum 5. Mal findet das Kreativ Garten Cafe im Wollmerschieder Klostergarten statt.

Neben der Möglichkeit, sich mit leckeren Speisen und Getränken verwöhnen zu lassen – diesmal durch Koch Johannes – gibt es wieder die Chance für unerkannte Talente, die Bühne zu erklimmen und sich bekannt zu machen. Diese Möglichkeit steht natürlich auch bekannten Talenten und künftigen Tropen Tango Stars zur Verfügung.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen 3 Workshops, jeweils 15:00 bis 18:0 Uhr, angeleitet von Tropen Tango Coaches.

Ganz aktuell dem veganen Nahrungs-Trend folgend, verrät der Seitan-Workshop von Mattes aus Hanau endlich das Geheimnis, wie aus dem Weizeneiweiß-Produkt ein saftiger Braten oder Steak werden kann, ohne auch nur den Hauch eines tierischen Produkts verarbeitet zu haben. Allerdings ist dieser Workshop nichts für Leute mit einer Gluten-Allergie.

Seit Jahren kocht Kloster 9 vegan, die veganen Superwaffeln auf dem Besser als Nix Festival, erfreuen sich, wie auch die große Backstage-Küche auf dem Fusion-Festival, stets großer Beliebtheit.

Im Mittelpunkt des Samstags stehen vor allen Dingen Kostüme und ihre Herstellungsmaterialien. Kloster 9 öffnet die Türen zu seinem großen Kostüm-Fundus und will die Workshop-Teilnehmer inspirieren, Phantasien in eigene, tragbare Kreationen zu verwandeln. Käthe aus Wiesbaden gibt in dem Workshop „Kleider machen Leute“ die nötigen Ideen und Hilfestellungen.

Mögliches Ergebnis dieses Näh-Workshops könnte das Spontan-Theater auf der Klosterbühne sein.

Für alle, denen Nähnadeln und Rüschen zu filigran sind, bietet sich der 3. Holzbau-Workshop „Bauwagen schick& witterungsbeständig“ von Charly aus Freiburg an. Der Schreinermeister und einer der Architekten/Innen der Electro-Floors auf dem Tropen Tango Festival, vermittelt seine professionellen Holzbau-Bauwagen-Kenntnisse an Interessierte.

Material wird in allen Workshops gestellt, der Eintritt ist frei.

Der Verein Kloster 9 e.V. freut sich über eine rege Teilnahme am 14.09.2019 15:00 bis 22:00 h im Klostergarten, Klosterstr. 9, 65391 Wollmerschied

Rheingau Echo  15.08.2019 - 09:35 von Steffi Weiler

 

Tropen Tango 2019

Musikalische, künstlerische und subkulturelle Vielfalt

 

Musiker Rogan Yosh begeisterte wie bereits in den vergangenen Jahren mit

seiner musikalischen  Vielfalt und war auch dieses Mal wieder fester Bestandteil des Festivals.

Wollmerschied. (sw) – Ein anstrengendes Jahr liegt hinter den Veranstaltern des Tropen Tango Festivals in Wollmerschied.

Nachdem das Festival 2018 aufgrund der akuten Waldbrandgefahr kurz vor der Absage stand und man große Einbußen

verzeichnen musste, haben sich die Mitglieder des veranstaltenden Vereins Kloster 9, wieder aufgerafft und in den

vergangenen Monaten darauf hingearbeitet das Festival in diesem Jahr wieder zu gewohnter Größe zu führen. „Es war

eine anstrengende Zeit“, gesteht Rike Kochem aus dem Vorstand des Vereins.

Noch bis Freitag habe eine etwas gedämpfte Stimmung über allem gelegen, als dann klar war, dass alles wie geplant stattfinden kann, sei die Anspannung aber von allen abgefallen. „Dann war eigentlich wieder alles wie immer.“, freute sie sich. „Bei diesem zehnten Tropen Tango haben wir auch wieder viele Tagestickets verkauft und nähern uns wieder den Besucherzahlen aus dem erfolgreichen Jahr 2017. Durch Soli-Partys konnten wir auch ein Teil des Defizits aus dem letzten Jahr auffangen.“, so Kochem. Damit habe man mit der großen Resonanz für den diesjährigen Tropen Tango auch weitestgehend mit dem letzten Jahr abgeschlossen. Auch der Landrat habe auf dem Festival vorbeigeschaut und insgesamt sei man gut von der Region und auch der Polizei unterstützt worden.

45 Bands auf den Bühnen

Nach den langwierigen Vorbereitungen und organisatorischen Aufgaben laufe jetzt alles gut, „alle sind happy und wir konnten wieder großartige Künstler und Initiativen für den Tropen Tango gewinnen“, resümiert Kochem. Auch Besucher aus England zeigten sich begeistert von der musikalischen und künstlerischen Vielfalt, die sie so von Festivals aus ihrer Heimat nicht kennen. Denn auch der zehnte Tropen Tango zeichnete sich besonders durch die Mischung aus verschiedenen Stilen, Musikrichtungen und Generationen. 45 Bands und Musiker sorgten dafür, dass auf den vielen Bühnen des Tropen Tango für nahezu jeden Musikwunsch etwas zu finden war. Während „Orange“ samstags für regen Andrang vor der „Trop City“-Bühne sorgte, hatte am Abend zuvor die vor 50 Jahren gegründete Band „Guru Guru“ begeistert. Die bekannte Gruppe „Mokoomba“ aus Afrika habe man glücklicherweise für das Festival gewinnen können, da diese sich zu dieser Zeit auf der Durchreise befand, so Kochem. Auch zahlreiche weibliche Künstler fanden sich in diesem Jahr wieder auf dem Line-Up des Festivals. Ob die englischen Polly und Sophie Duniam, die als „My Bad Sister“ für Rap mit bassgetriebenen Beats sorgten, die „KubiaQueers“ aus Argentinien oder Sängerin Dota Kehr, Frauenpower kam auf dem Tropen Tang 2019 keinesfalls zu kurz.

Newcomer und junge Talente

Und auch Newcomer fanden auf dem Festival eine Bühne. Wie bereits vor Jahren, als der mittlerweile international bekannte Musiker „Milky Chance“ auf der Tropen Tango-Bühne stand, sieht Rike Kochem auch in diesem Jahr in einigen der Musiker großes Potenzial. „Eines meiner Highlights in diesem Jahr war der Rapper Ceschi, ich habe das Gefühl der wird noch ein ganz Großer“, erklärte sie. Der Rapper Ceschi Ramos aus New Haven in Connecticut sammelte in den vergangenen Jahren neben dem Rap auch zahlreiche Erfahrungen in Bands verschiedener Genres und entwickelte dadurch seinen ganz eigenen Stil. Eben diesen konnten neben den zahlreichen Musikern aber auch andere Künstler wieder auf dem dreitägigen Festival präsentieren. Neben Graffiti-Künstlern, die bunte Kunstwerke vor den Augen der Festivalbesucher auf Wände brachten, sorgten die Kollektive „Peifen Sound“ und „Mach mal langsam“ wieder am D´up Hang für besondere Erlebnisse, andere Künstler sorgten hier und im Wandelwald durch verschiedene Installationen, Scherenschnitte und Lichtinstallationen für eine ganz besondere Stimmung, die sich gerade am Abend noch einmal verändert. Workshops zum Erleben und mitmachen fanden sich dagegen auf dem Kulturacker. Von afrikanischem Trommeln, Yoga-Kursen über Intuitives Malen, Siebdruck und freiem Tanzen, fanden sich hier für Erwachsene und Kinder zahlreiche Aktivitäten.

Entspannt und friedlich ging so auch dieser Tropen Tango mit seinen zahlreichen Bereichen und bunter Vielfalt am Sonntag, 4. August, zu Ende. Damit alle Besucher auch gesund und sicher nach Hause kommen, appellierten die Veranstalter an die Besucher, dass man lieber länger bleiben solle, bevor sich jemand in angetrunkenem Zustand oder anderen Einflüssen stehen hinters Steuer setze. „Wer sich in einem solchen Zustand hinters Steuer setzt und die Strecke herunterfahren will, kommt wahrscheinlich noch von der gewundenen Straße ab, noch bevor er von der Polizei kontrolliert werden kann.“, betonte auch Musiker Rogan Yosh, während seines Auftritts am Sonntag und appellierte ebenfalls an die Vernunft der Besucher, bevor das Tropen Tango-Urgestein mit dem bunten Federschmuck um seine Schultern damit fortfuhr seine Zuhörer zu begeistern. Bei den Kontrollen durch die Polizei, die Fahrzeuge besonders am Abreistag kontrollierten, stellte diese fest, dass im Gegensatz zu den Vorjahren erfreulicherweise drogenbeeinflusste Pkw-Insassen überwiegend als Beifahrer unterwegs waren.

https://www.rheingau-echo.de/nachrichten/region/lorch/musikalische-kuenstlerische-subkulturelle-vielfalt-id43995.html

Wiesbadener Kurier 05.08.2019

 

Trauungen im Dschungel

Erschienen am 05.08.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 05.08.2019 um 03:40 Uhr

Von Thorsten Stötzer

 

                                                                   Synthetische Musik ganz naturnah: Hochbetrieb an der Electro-Bühne.Foto: Thorsten Stötzer

WOLLMERSCHIED - Zu viel Freiheit kann überfordern. „Ich such mir einen Yogalehrer, der mir sagt, wann ich einatmen soll – und wann aus“, singt Dota Kehr beim Tropen-Tango in Wollmerschied. Die Liedermacherin aus Berlin hat noch mehr zu sagen über gekürztes Wohngeld, das Klima, „schlimme Faschos“ und Sexisten sowie über den Kapitalismus, denn „Geld verdirbt den Charakter“. Vielleicht ein wenig „fatalistisch und apokalyptisch“ seien ihre Stücke, räumt Dota Kehr auf der Trop-City-Bühne ein. Aber sie macht gleichfalls Hoffnung mit dem Lied „Schwangere Frauen im Baumarkt“, das ironisch allgemeine Aufbruch-Stimmung thematisiert. Direkter klingt das Lob des Stargasts für das Festival: „Man merkt, dass hier noch viele Ehrenamtliche aktiv sind, ich weiß das zu schätzen.“

Bunter Mix an alternativen Subkulturen

Vom „guten Spirit“ spricht Rike Kochem vom veranstaltenden Verein Kloster 9, und von einer Normalisierung. Das bedeutet, dass sich die Besucherzahl wieder dem angestrebten Wert von 3500 Menschen annähern dürfte, nachdem im Vorjahr wegen der drohenden Absage wegen Waldbrandgefahr ein Rückgang spürbar war. Überhaupt liege ein „stressiges Sicherheitskonzeptjahr“ hinter den Organisatoren.

Nach einer großen Abnahme zwecks Genehmigung stehen nun auch wieder der Dub-Hang und der Wandelwald zur Verfügung. Offiziell sei momentan keine Waldbrandstufe mehr ausgerufen. So darf es hoch hergehen auf und vor den acht Bühnen. Die Rapper von „Ostberlin Androgyn“ berichten gerade auf der Woodhood-Stage, wie es sich anfühlt „eingesperrt zu Hause im 19. Stock“. Das kann in Wollmerschied keinem passieren, dort ragt höchstens der Dub-Hang auf für die Reggae-Freunde.

Der zehnte Tropen-Tango offeriert erneut einen wahrhaft bunten Mix an Musikstilen und alternativen Subkulturen. Im Wandelwald sind Gedichte auf Holzbrettern zu lesen, es geht ums In- und Ausland, ums Um- und Hinterland. Indianer und Zwerge und als Höhepunkt eine den riesigen Steinköpfen der Osterinseln nachempfundene Skulptur. Abends beginnt das Festival dann zu leuchten dank illuminierten Scherenschnitten und einem Trampolin, das für Projektionen in die Bäume gehängt wurde.

„Es gibt kaum ein Festival, das so kinderfähig ist“, findet Rogan Yosh aus Wiesbaden, dem als Künstler sonntagmittags die Bühne gehört. Regelmäßig gestaltet er den Tropen-Tango mit. Etabliert hat sich dort gleichfalls die „Kirche des Subgenius“, in der ein Reverend namens Vadim gar Tropen-Tango-Trauungen vollzieht. Einen „Dome“ gibt es außerdem, der ist für Klänge statt für Predigten gedacht.

Davor entspannen junge Leute unter einem Apfelbaum. Der wächst auf dem Kulturacker, der wie ein grüner Marktplatz wirkt, auf dem das Leben pulsiert zwischen Performances und Workshops. Maren Storke zeigt an ihrem Stand, wie sich Kiesel vergolden lassen, sodass Eichhörnchen und Pinguine auf ihnen erscheinen. Die Münchnerin ist erstmals nach Wollmerschied gereist und staunt: „Ich dachte, das ist so ein süßes, kleines Festival“ – irgendwie erscheine es nun nur noch als süß.

https://www.wiesbadener-tagblatt.de/lokales/rheingau/lorch/trauungen-im-dschungel_20331663

Wiesbadener Kurier 16.07.2019

 

Tropen-Tango: Überlebenskampf mit veganer Küche

Erschienen am 16.07.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 16.07.2019 um 08:19 Uhr

Der Tropen-Tango in Wollmerschied geht Anfang August in nächste Runde. 45 Bands treten dann auf den Bühnen auf. Um das Vorjahresdefizit auszugleichen, sind kreative Ideen gefragt.

Von Thorsten Stötzer

Der Clown "Herr von Bauch" schwebt auf seinem fliegenden Teppich herbei. Auch sonst geht es beim Garten-Café kreativ zu, das der Vorbereitung des Tropen-Tangos dient. Foto: Thorsten Stötzer

WOLLMERSCHIED - Sogar in Mecklenburg-Vorpommern weisen Plakate auf den Tropen-Tango hin. "Überall steht da Wollmerschied an der Wand", erzählt Rike Kochem vom veranstaltenden Verein Kloster 9. Der Marketingcoup resultiert aus dem Engagement beim dortigen Fusion-Festival: Backstage wurde zweieinhalb Wochen lang veganes Essen gekocht und ein Café betrieben. An einem 24-Stunden-Betrieb haben sich gleich 143 Leute beteiligt, um dem Tropen-Tango zu helfen.

Zwar sind die Wollmerschieder schon seit Jahren beim Fusion-Festival dabei, aber diesmal haben sie ihren Einsatz im Vorfeld ihrer eigenen Veranstaltung (Freitag, 2., bis Sonntag, 4. August) stark ausgeweitet. Der Grund dafür ist das Defizit, das aus dem schwierigen Jahr 2018 zurückgeblieben ist, als dem Tropen-Tango eine Absage wegen akuter Waldbrandgefahr drohte.

Merchandising-Erlöse
dank neuem Onlineshop

Nach juristischem Streit wurde doch gefeiert, die Querelen kosteten jedoch Besucherzuspruch. Statt 3500 zahlenden Gästen seien letztlich 2500 gekommen, teilt der Vorsitzende von Kloster 9, Jannis Kochem, mit. Das habe zu einem Einnahmeausfall in Höhe von 80 000 Euro geführt. Dazu kamen laut seinen Worten 40 000 Euro an Mehrausgaben, die aufgrund des Brandschutzkonzepts fällig wurden.

45 BANDS MACHEN MUSIK

Die zehnte Auflage des Tropen-Tangos bringt von Freitag, 2., bis Sonntag, 4. August, insgesamt 45 Bands auf die Wollmerschieder Bühnen. Am Auftakttag setzt ein "Englischer Abend" mit acht Gruppen von der Insel Akzente. Die Liedermacherin Dota Kehr tritt am Samstag auf, am Sonntag stehen die Krautrock-Veteranen von "Guru Guru" im Blickpunkt des Festivals.

Workshops, Aktionen auf dem Kulturacker, Lesungen, Yoga und eine brasilianische Tabakzeremonie - bei der aber nicht geraucht wird - stehen außerdem auf dem Programm. Am entferntesten dürfte die Heimat der argentinischen Frauenband "Kumbia Queers" sein. Kehlkopfgesang bietet die Formation "Orange". Auf den Straßen nach Wollmerschied werden ein Ringverkehr und ein Tempolimiteingerichtet.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tropen-tango.de.

Um dies auszugleichen, luden die Vereinsmitglieder zu zwei Soli-Partys in Wiesbaden ein: "Beide waren sehr erfolgreich", sagt Rike Kochem. Beim Besser-als-nix-Festival in Geisenheim wurden wie gewohnt Waffeln verkauft, ein neuer Onlineshop bringt dem Tropen-Tango Merchandising-Erlöse ein. Kassenwartin Antonia Guth freut sich über 3400 Euro Spenden, die alleine im Restjahr 2018 geleistet wurden. Andere Unterstützer liehen Geld, und dann ging es auf zum Fusion-Festival.

Rund ein Drittel des Fehlbetrags aus dem Vorjahr habe man zuvor selbst aufgefangen, erläutert Jannis Kochem. Dafür musste zurückstehen, was er die "räumliche Institutionalisierung" des Tropen-Tangos nennt: die Schaffung einer professionellen Stelle und der Kauf einer Scheune. Dafür würden andere Fördermöglichkeiten gesucht, womöglich biete das Leader-Programm eine Chance. Längst sind also nicht alle Verwerfungen des Vorjahrs beseitigt, die Akteure sprechen vom "Überlebenskampf".

Ein "Imageschaden" sei gegenüber den Lieferanten zu verkraften. Höchst angespannt ist offenbar nach wie vor das Verhältnis zur Stadt Lorch. Trotzdem gab es jüngst einen zweiten Ortstermin wegen des Sicherheitskonzepts, und die Vorbereitungen laufen. Dazu standen drei Kreativ-Garten-Cafés im Kalender, die der Vorbereitung des Tropen-Tangos dienen; das Land fördere sie als "soziokulturelles Projekt".

Einzelne "Crews" treffen sich dabei, um Kunstobjekte zu schaffen oder neue Drinks zu mixen. Grundsätzlich seien die Workshops jedoch für jeden offen. Am Wollmerschieder Sportplatz laufen parallel die Aufbauarbeiten, denn schließlich entstehen dort acht Bühnen, am "Dubhang" wird bereits eifrig gezimmert. Insgesamt sind 350 bis 400 Helfer in verschiedener Form für den Tropen-Tango aktiv.

Wiesbadener Kurier 17.06.2019

 

Ivo Reßler siegt bei Bürgermeister-Stichwahl in Lorch

Von Thorsten Stötzer

 Erschienen am 17.06.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 17.06.2019 um 11:20 Uhr

Der neue Bürgermeister von Lorch heißt Ivo Reßler. Der parteilose Kandidat siegte bei der Stichwahl mit 51,17 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Jürgen Helbing, der 48,83 Prozent bekam.

 

Erleichtert und glücklich: Wahlsieger Ivo Reßler mit seiner Ehefrau Nadine.Foto: Thorsten Stötzer

LORCH - Seine Anhänger bevölkern die Straße vor seinem Wohnhaus, doch der künftige Lorcher Bürgermeister nimmt sich erst mal ein paar Minuten für sich. „Er wollte einen Moment alleine sein“, heißt es, aber bald kehrt Ivo Reßler zurück. Mit 51,17 Prozent der Stimmen hat der unabhängige und von der FWG unterstützte Kandidat in der Stichwahl über Jürgen Helbing (CDU) gesiegt, der am Sonntagabend 48,83 Prozent erhielt. Die Daten treten in der Wisperstraße in den Hintergrund. „Ivo“-Sprechchöre gehen in ein etwas zögerliches „so sehen Sieger aus“ über. Reßler wird ein Stück auf Schultern getragen, Umarmung folgt auf Umarmung.

Knapp zwei Stunden zuvor, um 18.04 Uhr, kommt er in den Sitzungssaal des Rathauses, das lachsfarbene Hemd leger über dem Gürtel, und hat zunächst keinen Grund zum Jubeln bei der Ergebnispräsentation: Um 18.09 Uhr gehen als erstes Resultat 72,2 Prozent für Helbing aus Espenschied ein, Reßler hat dort gegenüber dem ersten Wahlgang weiter verloren, statt 33,1 erreicht er noch 27,8 Prozent. Die Aussichten ändern sich beim zweiten Teilergebnis: Wollmerschied hat ausgezählt und meldet epochale 94,3 Prozent für den Herausforderer; auf den Amtsinhaber entfielen nur fünf einzelne Stimmen in dem Höhenort.

76,7 Prozent aus Ransel und deutliche Zuwächse auf dem Ranselberg sprechen außerdem für Reßler, der zudem in Lorchhausen auf eine knappe Mehrheit kommt. Helbing allerdings liegt in beiden Kernstadt-Wahlbezirken vorne. Es bleibt spannend, als das Warten auf die Briefwahl-Zahlen beginnt. Die Briefwahl bildet mit Abstand das größte Wahlamt – größer als beide Kernstadt-Lokale zusammengenommen.

Helbing holt bei der Stichwahl 24 Stimmen auf, aber das genügt nicht. Reßler hat insgesamt 43 Stimmen mehr auf sich vereint. „Ich wusste von Anfang an, dass es eng wird“, erklärt er nach den ersten Glückwünschen. Ransel und Wollmerschied haben ihm alleine 179 Stimmen Vorsprung beschert. „Verbrannte Erde“ nennt Helbing später die beiden Ortschaften in Bezug auf die Chancen, dort Anerkennung zu ernten.

„Die Wechselstimmung hat sich bemerkbar gemacht“, meint Reßler. „Nah an den Leuten dran zu sein“ sei da ausschlaggebender gewesen als Themen wie Kindergärten oder Grundsteuern. Zuspruch habe er von allen Generationen erlebt, er wolle die Menschen nicht nur mitreden lassen, sondern auch mitmachen.

„Sehr unzufrieden mit dem Ergebnis“ und „einfach erschüttert über die Abwahl“, äußert sich Helbing, der den Wahlabend in seinem Büro verbringt. Er wisse nicht, was er verkehrt gemacht habe, sagt er mit Hinweis auf Fördergelder und „Investitionen an allen Ecken und Enden“. Nach 53 Jahren im öffentlichen Dienst trete er somit in einigen Monaten in den Ruhestand und strebe kein politisches Amt mehr an.

Das Ergebnis akzeptiert Helbing als demokratisch. Zugleich klagt er über eine „regelrechte Hetze“, die auch gegen seine Familie gerichtet gewesen sei. „Unverschämtheiten“ seien wegen des Altersunterschieds von 13 Jahren zu Reßler gestreut worden. Mit dem Gegenkandidaten fotografieren lassen will er sich deswegen nicht.

https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/lorch/ivo-ressler-siegt-bei-burgermeister-stichwahl-in-lorch_20218972

Frankfurter Allgemeine

 

AMTSINHABER ABGEWÄHLT:  Neue Rathauschefs in Lorch und Herborn

  • AKTUALISIERT AM 16.06.2019-21:49

 

Abgewählt: Der langjährige Bürgermeister von Lorch, Jürgen Helbing, muss seinen Posten räumen Bild: dpa

 

Lorch am Rhein bekommt einen neuen Rathauschef. Dort setzte sich der Parteilose Ivo Reßler gegen den langjährigen Amtsinhaber durch. Herborn wird künftig von einer Frau regiert.

Lorch am Rhein bekommt einen neuen Rathauschef. Der 68 Jahre alte Amtsinhaber Jürgen Helbing (CDU) muss seinen Posten nach elf Jahren räumen. Nachfolger ist Ivo Reßler, ein unabhängiger Kandidat. Wie die Kommune auf ihrer Internetseite meldet, hat Reßler die Wahl knapp mit 51,2 Prozent gewonnen. Er gehörte einst der Union an und wird von den Freien Wählern unterstützt. ……….

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/neue-rathauschefs-in-lorch-und-herborn-16240109.html

Wiesbadener Kurier 15.06.2019

 

Sicherheitskonzept für Tropen Tango in Wollmerschied steht

Erschienen am 15.06.2019 um 00:00 Uhr

(red). „Der Tropen Tango 2019 steht auf sicheren Füßen“, vermeldet Rike Kochem vom Veranstalter Kloster 9. Bei einem Ortstermin auf dem Festivalgelände seien unter der Regie der Polizeistation ...

WOLLMERSCHIED - (red). „Der Tropen Tango 2019 steht auf sicheren Füßen“, vermeldet Rike Kochem vom Veranstalter Kloster 9. Bei einem Ortstermin auf dem Festivalgelände seien unter der Regie der Polizeistation Rüdesheim und der Polizeidirektion Westhessen die Strukturen des Sicherheitskonzepts für Verkehr, Wasserversorgung, Brandschutz, Personensicherheit und Katastrophenschutz besprochen und modifiziert worden, so Kochem. Die Leiterin des Lorcher Ordnungsamts, die kurzfristig abgesagt habe, und der Lorcher Stadtbrandinspektor seien nicht vor Ort gewesen.

Der Tropen Tango, ein Kulturfestival mit viel Musik und Kunstaktionen, findet vom 2. bis 4. August in Wollmerschied statt. Im vergangenen Jahr wäre das Festival beinahe ausgefallen. Nach der anhaltenden Trockenheit hatte die Stadt Lorch Sicherheitsbedenken. Die juristische und politische Aufarbeitung der Vorkommnisse ist bis heute nicht ganz abgeschlossen.

Um den Tropen Tango 2019 zu finanzieren, betreibe die Crew eine der Backstage-Küchen auf dem Fusion-Festival, das Ende Juni auf einem ehemaligen russischen Militärflughafen bei Rostock stattfindet, berichtet Kochem.

https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/lorch/sicherheitskonzept-fur-tropen-tango-in-wollmerschied-steht_20214719

Wiesbadener Kurier 14.06.2019

Vor der Stichwahl in Lorch kommen auch „unschöne Dinge“ auf

Von Thorsten Stötzer

 Erschienen am 14.06.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 14.06.2019 um 03:10 Uhr

Der Altersunterschied der beiden Bürgermeister beschäftigt Wähler in Lorch. Die Kandidaten selbst wollen davon jedoch nichts wissen.

Die Zukunft gestalten und neue Wege nutzen: Die Kandidaten haben sich noch einmal positioniert, hier in Espenschied mit ungleichen Größenverhältnissen.Foto: Thorsten Stötzer

LORCH - Oft droht bei einer Stichwahl die Beteiligung hinter der des ersten Durchgangs zurückzubleiben. Zumindest bei der Briefwahl ist das nicht der Fall in Lorch, wo am Sonntag endgültig über das Amt des Bürgermeisters entschieden werden soll. Die Marke von 725 Briefwählern sei bereits überschritten, und „es wird noch einiges gehen“, berichtet die Wahlleiterin Alexandra Berghäuser. Zum Vergleich: Am 26. Mai haben lediglich 637 Lorcher die Möglichkeit der Briefwahl genutzt.

Mehr Wähler im zweiten Durchgang

Mancher Bürger habe seine Unterlagen mit dem Hinweis beantragt, dass er am ersten Wahlgang noch nicht teilgenommen habe, schildert Berghäuser weiterhin. Alle Ergebnisse sollen am Sonntag, 16. Juni, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses präsentiert werden. Mit dabei sein wollen die Kandidaten, Amtsinhaber Jürgen Helbing von der CDU, und der unabhängige, von der FWG unterstützte Ivo Reßler.

Beide haben in der finalen Phase des Wahlkampfs einige Tage im Ausland verbracht. Helbings Reise in die französischen Partnergemeinden, auch begleitet von Gardemädchen, dürfte mutmaßlich unterhaltsamer gewesen sein als Reßlers beruflicher London-Aufenthalt. Nun sind beide wieder vor Ort und werden wohl bei den Kerben in Lorchhausen und in Wollmerschied erneut Präsenz zeigen.

„Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung“, sagt Helbing. Beide Bewerber sind sich einig, dass die Mobilisierung der eigenen Anhänger wichtiger sei als der Kampf um die 183 Stimmen des ausgeschiedenen SPD-Kandidaten Georg Breitwieser. „Kontinuität für Lorch“ ist ein Schlagwort des amtierenden Rathauschefs. Es soll für Entschuldung bei gleichzeitigen Investitionen in die städtebauliche Entwicklung stehen. Ivo Reßler will sich nach wie vor unter die Leute mischen: „Ich bin gerne unterwegs“, beteuert er. „Das Feedback ist positiv“, erzählt er, wenngleich er beim Wisperfest ebenso mit Kritik konfrontiert worden sei. Aber er wolle deswegen seine Positionen behalten. Es sei ungebrochen ein hohes Interesse bei der Bevölkerung zu spüren, ihn persönlich kennenzulernen, schildert der 55-jährige Herausforderer.

Groß sind in Lorch die Erwartungen an die Bundesgartenschau 2029. Rund um dieses zentrale Thema komme es allerdings zu „unsachlichen und unschönen Dingen“, wie Helbing sagt. Gemeint ist, dass ihm als 68-Jähriger in Abrede gestellt werde, dass er zum Zeitpunkt der Buga noch Verantwortung tragen könne. „Ich fühle mich überhaupt nicht alt, mein Kopf ist in Ordnung“, hebt der Bürgermeister hervor.

Die Leute machten sich Gedanken wegen der Buga, bestätigt Reßler. Helbings Lebensjahre seien jedoch „nicht mein Thema“, er schneide den Punkt Altersunterschied von sich aus nicht an. Übereinstimmend mit Helbing hebt er hervor, dass die jetzt anstehende Wahlperiode im Jahr 2026 ende. Am Sonntag wird also ohnehin noch kein Buga-Bürgermeister bestimmt, aber „die Wahl ist offen, es wird ganz spannend“, ist sich Ivo Reßler sicher. Von einer „Richtungswahl“ spricht Jürgen Helbing.

Tropen Tango 14-06-2019

Der Tropen Tango 2019 steht auf sicheren Füßen - Ortstermin unter Schirmherrschaft 

Während in 2 Workshops im 2. Kreativ-Garten Cafe des soziokulturellen Zentrums Kloster 9 e.V. bereits die künstlerische Ausstattung des Festivals angefertigt worden ist, werden nun die strukturellen Grundlagen für das Festival festgelegt. Bei einem Ortstermin auf dem Festivalgelände wurden die Strukturen des Sicherheitskonzepts Tropen Tango 2019 für Verkehr, Wasserversorgung, Brandschutz, Personen-Sicherheit, Katastrophenschutz und Brandschutz besprochen und modifiziert. Der Tropen Tango 2019 steht auf sicheren Füßen.

2 Stunden vor dem Ortstermin stand dieser plötzlich auf der Kippe, als allen Beteiligten von der Leiterin des Ordnungsamts Lorch kurzfristig abgesagt wurde. Unvermittelt hatten die Veranstalter wieder die Bilder von 2018 vor Augen, als durch das Ordnungsamt das Festival kurz vor Beginn abgesagt worden war.

Doch unter der Schirmherrschaft der Polizei Rüdesheim und der Polizeidirektion Westhessen kam der Ortstermin dann aber doch noch zustande. Nur der Lorcher Stadtbrandinspektor war nicht vor Ort. Der Termin verlief sehr konstruktiv und machte deutlich, dass alle für das gemeinsame Ziel arbeiten, den Festivalgästen eine gute und sichere Veranstaltung zu garantieren. Dabei vertraut man auch auf die Zusagen des Bürgermeisters, die größte Veranstaltung der Stadt tatkräftig und auch mit städtischem Material zu unterstützen.

Die Organisatoren des 10. Tropen Tango Festivals haben seit dem Festivalsommer 2018 eine harte und aufregende Zeit im Einsatz für das Festival hinter sich gebracht.

Das rechtswidrige Veranstaltungsverbot hatte viele Gäste von der Anreise abgehalten und dem Veranstalter ein großes finanzielles Defizit eingebracht. Der Verein hat mit vielen Aktionen, Soliparties, Waffelstand, Spendenaufrufen, privat geliehenem Geld und einem Shop intensiv daran gearbeitet, das Defizit abzubauen und alles was das Festival 2019 braucht zu erwirtschaften. Die Vorverkauf-Tickets Early Bird und Lazy Bird sind bereits ausverkauft.

Allerdings war eine Klärung der Vorkommnisse und des behördlichen Vorgehens mit der Stadt Lorch bis heute nicht möglich. Insgesamt viermal wurde das Thema Tropen Tango von der Tagesordnung politischer Gremien mit dem Verweis auf laufende Gerichtsverfahren genommen, obwohl die Stadt Lorch den Prozess um den Veranstaltungsstopp wie auch den Prozess um die Gerichtskostenübernahme längst verloren hat. Nur die Höhe der Gerichtskosten ist noch gerichtlich zu beurteilen.

Die Sichtweise der Stadt Lorch, dass man grundlegende Termine in einem knappen Zeitfenster ohne Rücksprache absagt, oder dass Vereine von gesetzes wegen keinen Gewinn machen dürften und daher ein Defizit von Zehntausenden Euros akzeptabel oder normal sei, ist aus Sicht der Veranstalter fern der Realität und würdigt die Ressource des Engagements hunderter Menschen für ein überregionales Festival in keiner Weise, hätte das Festival sogar fast zerstört.

Die kurzfristige Absage des Ortstermins hat die Aufregung und Hektik von 2018 kurz aufleben lassen. Denn ein neuer Termin wäre schwierig gewesen, die Zeit rennt für den Verein. Die Crew packt im Moment Zelte, Kochtöpfe, Baumaterialien, Deko, Werbematerial, Tische, Stühle, Theken für ihren  Koch-Einsatz auf dem großen Fusion-Festival bei Rostock. Dort ist Kloster 9 e.V. eine der Backstage-Küchen und kocht 24 Stunden täglich für Künstler und Crew der Fusion leckeres veganes Essen. Um den Tropen Tango 2019 zu finanzieren.

Die Fusion selbst stand in diesem Jahr auf der Kippe, weil der neue Polizeipräsident der Region auf einer Polizeistation mitten auf dem Festivalgelände bestehen wollte. Er scheute auch nicht davor zurück erfundene Verbrechen ins Spiel zu bringen. Letztendlich hat sich nach einer von fast 100.000 Menschen unterschriebenen Petition der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns vor das Festival gestellt, der Plan des Polizeipräsidenten wurde fallengelassen, die Fusion findet wie gehabt statt.

Für die kulturelle Landschaft und auch die politische Einstellung der Region seien Festivals wichtige Kultur- und Musik-Oasen, in denen verschiedenste Lebensgestaltungen aufeinandertreffen und sich zu einem Ereignis vereinen, dass es im Alltag nicht gibt. Viele weitere regionale und überregionale Aktivitäten entstünden daraus.

Beispielhaft stehe dafür das Kreativ Garten Cafe, dass das soziokulturelle Zentrum Kloster 9 e.V. zum 2. Mal veranstaltet hat. Die Wiesbadener Künstlerin Areeg Mulhi und der Münchner Künstler Robert Klein inspirierten in 2 Workshops die Teilnehmer zum recylebasteln. Entstanden sind einzigartige Kunst- und Deko-Objekte, die alle Teilnehmer dem Tropen Tango gestiftet haben. Kultur im Hinterlandswald macht Spaß und schmeckt gut, befanden die Workshopper am Ende eines schillernden Kreativ-Garten-Cafe Tages.

Und freuen sich jetzt schon auf das Festival vom 2. Bis 4. August 2019. Die begehrten Tropen Tango – Hardtickets gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen oder auf www.tropen-tango.de

Wiesbadener Kurier 28.05.2019

Stichwahl um das Amt des Lorcher Bürgermeisterswahl um das Amt des Lorcher Bürgermeisters

Von Thorsten Stötzer

 Erschienen am 28.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 28.05.2019 um 03:10 Uhr

 

                                                                                                     Der parteilose Ivo Reßler (links) und Amtsinhaber Jürgen Helbing (SPD) gehen am 16. Juni in die Stichwahl.Foto: René Vigneron

Für die Lorcher Bürgermeisterkandidaten Jürgen Helbing und Ivo Reßler geht der Wahlkampf bis zum 16. Juni weiter. Dann entscheidet sich in einer Stichwahl, wer Rathauschef wird.

Der parteilose Ivo Reßler (links) und Amtsinhaber Jürgen Helbing (SPD) gehen am 16. Juni in die Stichwahl.Foto: René Vigneron

LORCH - Lorch stehen drei weitere Wochen Wahlkampf bevor, die die beiden verbliebenen Kandidaten jedoch nicht permanent bestreiten werden. Bürgermeister Jürgen Helbing (CDU) reist ab morgen für fünf Tage mit einer Gruppe in die französischen Partnerstädte St. Benoit und Ligugé: „Das werde ich definitiv nicht absagen.“ Der parteilose Ivo Reßler verbringt nach Pfingsten drei Tage beruflich in London.

So verkürzt sich die Zeit für Analysen. „Nachvollziehbar ist das nicht“, sagt Helbing über sein Ergebnis von 44,88 Prozent, mit dem er knapp hinter Reßlers 45,75 Prozent rangiert. Keine Frage, der Amtsinhaber und seine Anhänger haben einen Sieg im ersten Durchgang erwartet. „Vielleicht haben wir nicht deutlich genug gemacht, was in den vergangenen Jahren in Lorch passiert ist“, vermutet der aktuelle Bürgermeister.

Neue Plakate wird es nicht geben

Auch eine Benachteiligung der Höhenorte erkennt Helbing nicht und weist auf große Investitionen hin. So will er seine Punkte noch einmal deutlich machen, setzt dabei im Gegensatz zu Reßler aber weniger auf Haustürgespräche. Der Herausforderer will nach wie vor persönlich präsent sein und auf die Leute zugehen. Er wolle seine Konzepte vor Ort darstellen und bewusst machen, „dass ich nicht nur etwas erzähle“.

Wiesbadener Kurier 28.05.2019

 

Kommentar zur Lorcher Bürgermeisterwahl: Spannend

Erschienen am 28.05.2019 um 02:55 Uhr, zuletzt geändert am 28.05.2019 um 03:10 Uhr

 

LORCH - An Weihnachten, das sieht Ivo Reßler selbst so, hätte in Wollmerschied kaum jemand mit seinem Namen etwas anfangen können. Jetzt hat er in der Ortschaft 75 Prozent der Stimmen bei der Lorcher Bürgermeisterwahl gewonnen, was zeigt, dass Überzeugungskraft nicht auf einer langen politischen Laufbahn und viel Erfahrung in Haupt- und Ehrenämtern basieren muss. Nun geht der parteilose Bewerber gar stadtweit mit kleinem Vorsprung auf Amtsinhaber Jürgen Helbing in die Stichwahl. Doch noch ist nichts entschieden. Es wird sich zeigen, ob Helbings Argumente rund um Investitionen und Entschuldung noch die latente Wechselstimmung bis zum 16. Juni überflügeln. Bei aller Spannung steht eines fest: Georg Breitwiesers einstelliges Ergebnis ist desaströs – selbst in Zeiten, in denen die SPD auf allen Ebenen Mühe hat, Wähler für sich zu gewinnen.

Wiesbadener Kurier 27.05.2019

Reßler und Helbing gehen in Lorch in die Stichwahl

Von Thorsten Stötzer

Erschienen am 27.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 27.05.2019 um 13:34 Uhr

Der parteilose Kandidat Ivo Reßler hat bei der Bürgermeisterwahl in Lorch aus dem Stand die meisten Stimmen geholt. Er geht am 16. Juni mit Amtsinhaber Helbing in die Stichwahl.

Strahlender Überraschungssieger des ersten Durchgangs: Ivo Reßler (rechts), hier mit dem FWG-Vorsitzenden Stefan Gellweiler.Foto: Thorsten Stötzer

LORCH - Ein einfacher Bildschirm zieht im Lorcher Rathaus die Blicke an wie ein Fernseh-Apparat beim WM-Finale. Nach und nach gehen Schnellmeldungen zur Bürgermeisterwahl ein. Ein Trend ist erkennbar: Der schwarze Balken und der hellblaue gleichen sich allmählich an, nach dem sechsten von acht Teilergebnissen ist erstmals Hellblau Trumpf. Dabei bleibt es, wenn auch knapp.

Alter als Pluspunkt für den jüngsten Kandidaten?

Das bedeutet, dass der unabhängige Kandidat Ivo Reßler, den die FWG unterstützt, mit einem kleinen Vorsprung in die Stichwahl am Sonntag, 16. Juni, gegen Amtsinhaber Jürgen Helbing (CDU) zieht. Auf 45,75 Prozent bringt es Reßler insgesamt vor Helbing mit 44,88 Prozent, was in absoluten Zahlen einen Vorsprung von 17 Stimmen ausmacht bei einer Wahlbeteiligung von 68,5 Prozent. Georg Breitwiesers (SPD) Bewerbung endet einstellig bei 9,37 Prozent.

Helbing erzielt sein bestes Resultat in Espenschied mit 60,33 Prozent und verbucht bei der Briefwahl sowie im Wahlbezirk Rathaus mit 51,20 Prozent und 50,96 Prozent absolute Mehrheiten. Reßler wiederum kommt in Wollmerschied auf glatte 75 Prozent und in Ransel auf 63,68 Prozent, was auf die Kooperation mit der FWG zurückzuführen sein dürfte. Doch auch in Lorchhausen bringt es der Parteilose auf 53,22 Prozent und rangiert im Wahllokal Bürgerhaus Kernstadt knapp vor Helbing.

„Ich hatte eigentlich gar kein Gefühl“, sagt Reßler. Auftrieb habe er aber am Vortag erlebt, als er nochmals mit 120 Bürgern im Gespräch gewesen sei. Als Pluspunkt hätten gerade Ältere hervorgehoben, dass er im Gegensatz zu den Konkurrenten voraussichtlich nicht vor der Buga 2029 abtreten werde.

Die Einschätzung, dass in der Stadt nichts vorangehe und ein Konzept fehle, sei ebenfalls an ihn herangetragen worden, so Reßler. Der Lorcher FWG-Vorsitzende Stefan Gellweiler nennt die DSL-Versorgung und Schließungen von Kindergarten und Feuerwehr als Beispiele. Mit Reßler verbinde sich die Hoffnung, dass dieser „die Leute mit ins Boot nimmt“.

„Erwartet habe ich das nicht“, gesteht Jürgen Helbing. Er wollte im ersten Durchgang siegen und weist hin auf seinen „sachlichen Wahlkampf“, in dem er versucht habe aufzuzeigen, was in den vergangenen Jahren erreicht wurde und was geplant ist. Die FWG habe jedoch mit Flyern und Plakaten mehr mobilisiert.

„Ich kann das nicht nachvollziehen, meine Enttäuschung ist außerordentlich groß“, fasst der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Schott zusammen. Wer durch die Stadt gehe, müsse die Fortschritte wahrnehmen. Besonders wundert er sich als Ortsvorsteher über die Daten aus Lorchhausen, denn schließlich fließe viel Ikek-Geld in den Stadtteil.

Nächster Urnengang parallel zu Kerben in den Stadtteilen

„Die grenzenlose Sehnsucht nach Veränderung wie auch immer“, macht Georg Breitwieser für seine „klare Niederlage“ verantwortlich. Er sei da wohl auch zu den Alten gezählt worden. Selbst auf dem heimischen Ranselberg war er mit 21,85 Prozent der Stimmen nur Dritter.

Der Bundestrend ist nach der Ansicht des SPD-Stadtverordneten Michael Happ zu ungünstig. Zudem habe es „Fragezeichen hinterlassen“, dass die SPD zunächst keinen Kandidaten aufstellen wollte und dann doch einen nominierte. Nun steht ein spannender 16. Juni bevor: In Wollmerschied und Lorchhausen ist Kerb und in ganz Lorch Stichwahl.

24.05.2019

 

Freiheit gewinnt: Keine Wache und keine Polizeistreifen auf dem Fusion-Festivalreiheit gewinnt: Keine Wache und keine Polizeistreifen auf dem Fusion-Festival

Der Konflikt um das Fusion-Festival ist vorerst beigelegt. Erst unter dem Eindruck einer bundesweiten Debatte und skandalösen Enthüllungen geben der Innenminister und sein Polizeipräsident nach. Ein Kommentar.

24.05.2019 um 17:31 Uhr - Markus Reuter - 4 Ergänzungen

Menschen stehen auf einem Hangar auf dem Fusion-Gelände. (Archivbild) CC-BY-SA 2.0

Am Ende verkaufte er das Ergebnis als einen klugen Verhandlungserfolg seiner Behörden. Doch in der Realität sind der mecklenburgische Innenminister Caffier (CDU) und sein Polizeipräsident Hoffmann-Ritterbusch krachend gescheitert beim Versuch, eine Polizeiwache auf dem Fusion-Gelände zu errichten und das Gelände rund um die Uhr anlasslos zu bestreifen. Dieser Plan war weithin als Angriff auf Grund- und Freiheitsrechte angesehen worden.

In der heutigen Landtagsdebatte in Schwerin machte der Innenminister nun klar: Es wird keine Polizeiwache auf dem umzäunten Festivalgelände geben und keine Polizeistreifen, die anlasslos über das Areal ziehen. Einzig einen anlassbezogenen Zugang wird die Polizei haben, so wie sie ihn rechtlich auch schon in den Vorjahren hatte.

Sogar die lokale CDU stellte sich gegen die Polizei

Die Fusion-Veranstalter haben damit ihre Position durchgesetzt, die sie seit November des letzten Jahres vertreten. Das Festival gilt als eine der friedlichsten Großveranstaltungen überhaupt und hat eine liberale, aber effektive Sicherheitsstruktur. Derzeit sind nur noch kleinere Nachbesserungen und Auflagen im Sicherheitskonzept umzusetzen, eine Zustimmung des Ordnungsamtes dazu in der nächsten Woche gilt als wahrscheinlich.

 

Die Fusion reitet seit zwei Wochen auf einer Welle der Solidarität. Hier auch bei einer Klimademo am 24. Mai in Rostock. Alle Rechte vorbehalten Daniel Filou

Vorausgegangen war dem jetzigen Verhandlungsergebnis eine Debatte, in der Polizeipräsident Hoffmann-Ritterbusch und der Innenminister gar nicht gut aussahen. Die ganze Region um den Festivalort Lärz stellte sich – von der CDU bis zur Linkspartei – gegen die überzogenen Pläne der Polizei. Bundesweit wurde über die Freiheit der Kunst und den Zustand der Freiheit insgesamt diskutiert. Einzig die mitregierende SPD blieb blass in ihren Bekundungen für das Festival.

Wendepunkt mit Wasserwerfer

Als dann am vergangenen Montag durch Recherchen von Zeit Online herauskam, dass die Polizei mit 1.000 Polizisten, Wasserwerfern und Räumpanzern plante und personenbezogene Daten des Festival-Veranstalters an einen ehemaligen AfD-Mann an der Polizeischule Güstrow weitergegeben hatte, standen Polizeipräsident und Innenminister endgültig auf verlorenem Posten. Der Polizeipräsident musste sich ab da sogar mit Rücktrittsforderungen herumschlagen. Angesichts der Intensität der Debatte halfen auch die Unwahrheiten und Tatsachenverdrehungen in der Polizeikommunikation nicht weiter. Der öffentliche Druck blieb unvermindert hoch.

Das Zurückrudern von Polizei und Innenminister in der Causa Fusion ist ein kleiner Sieg für Grund- und Freiheitsrechte in diesem Land. Das Festival kann seinen Charakter als Freiraum behalten und der Allgegenwärtigkeit von Polizei und Sicherheitsbehörden bei großen Kulturveranstaltungen wurde zumindest vorerst ein Riegel vorgeschoben. Caffier könnte allerdings im neuen Polizeigesetz SOG MV solche Befugnisse rechtlich verankern lassen.

In diesem Jahr bleibt freilich abzuwarten, ob die Polizei nun ernsthaft auf den Weg der kooperativen Zusammenarbeit zurückkehrt und als Geste des guten Willens die 1.000 Betten für Polizeibeamte storniert oder während des Festivals alle Register zieht, um ihre Niederlage mit Schikanen zu kompensieren.

Nicht nur für die Zukunft des Festivals wäre die maßvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit auf jeden Fall der bessere Weg.

Wiesbadener Kurier 24.05.2019

 

Lorch und Oestrich-Winkel wählen Bürgermeister

Von Barbara Dietel

Erschienen am 24.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 24.05.2019 um 03:50 Uhr

In Oestrich-Winkel wird am Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt. In Lorch hat es Amtsinhaber Jürgen Helbing mit zwei Herausforderern zu tun.

Auf die verschränkten Arme von Werner Fladung reagiert Kay Tenge mit hochgekrempelten Ärmeln.Foto: Heinz Margielsky

OESTRICH-WINKEL/LORCH - Zwei Tage noch, dann fällt in Oestrich-Winkel die Entscheidung, wer neuer Bürgermeister wird. Mit der Nervosität steigt auch die Versuchung, die Qualitäten des Kontrahenten in Zweifel zu ziehen. Mit fremden Federn schmücke sich der Erste Stadtrat Werner Fladung, der Kandidat der SPD, verbreiten CDU und FDP. Ein Beispiel: Fladung habe sich die Verschönerung der ehemaligen Kiesverladestelle zu eigen gemacht, eine Idee von Winzer Max Schönleber. Da ist Fladung nicht der Einzige. „Ich werde die Kiesverladestelle zu einem lebendigen Rheinufer umgestalten“, heißt es auch im Wahlprogramm von Kay Tenge, Kandidat von CDU und FDP. Schon länger hängen Plakate Tenges, auf denen er auf die verschränkten Arme Fladungs mit hochgekrempelten Ärmeln antwortet.

Weniger Wähler bei Europawahl

Etwas mehr als 9370 Wahlberechtigte gibt es in Oestrich-Winkel für die Bürgermeisterwahl, wie Wahlleiter Thomas Kempenich erklärt. Für das Europaparlament, das ebenfalls am Sonntag gewählt wird, dürfen in Oestrich-Winkel nur knapp 9000 Wähler an die Urnen. Von den 529 Unionsbürgern in Oestrich-Winkel haben nur 19 einen Antrag auf die Teilnahme an der Wahl in Deutschland gestellt. Gut 2100 Briefwahlunterlagen wurden für die Bürgermeisterwahl beantragt, in etwa so viele wie bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr.

Der 62-jährige hauptamtliche Erste Stadtrat Fladung und der 48-jährige Idsteiner Ordnungsamtsleiter Tenge bewerben sich um die Nachfolge von Michael Heil (CDU), der nicht mehr zur Wahl steht. Egal wer gewinnt: Nach 24 Jahren geht die Ära der CDU-Bürgermeister im Oestrich-Winkeler Rathaus zu Ende, das bis 1995 23 Jahre lang fest in SPD-Hand war. Jetzt soll Fladung, der vor sechs Jahren Heil knapp unterlegen war, das Rathaus zurückerobern, in dem er schon fast sechs Jahre als hauptamtlicher Erster Stadtrat sitzt. CDU und FDP, die in der Stadtverordnetenversammlung eine Koalition haben, setzen dagegen auf den parteilosen Tenge. Die Amtszeit des neuen Bürgermeisters beginnt am 1. September.

Ein parteiloser Kandidat tritt auch in Lorch an. Ivo Reßler wird von der FWG unterstützt. Der 55-jährige sowie der SPD-Kandidat Georg Breitwieser (70) fordern Amtsinhaber Jürgen Helbing (68) heraus, den Kandidaten der CDU, der eine dritte Amtszeit anstrebt. Offiziell gibt es in Lorch eine Kooperation von SPD und FWG, die jedoch an allen Fronten bröckelt.

680 Bürger haben schon oder werden noch ihre Stimme per Briefwahl abgeben, falls sie es sich nicht noch anders überlegen. So viele Briefwahlunterlagen wurden bei Wahlleiterin Alexandra Berghäuser beantragt. Verglichen mit den Wahlen in den Jahren zuvor, seien das weniger, erklärt sie und hofft, dass das nicht auf eine geringe Wahlbeteiligung hinweist.

Die Amtszeit des alten oder neuen Bürgermeisters beginnt erst am 1. Februar. Lorch hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Wahl mit einer anderen, in diesem Fall der Europawahl, zusammenzulegen. „Es war schon schwer genug, Wahlhelfer zu finden“, erklärt Berghäuser. Fast alle Mitarbeiter im Rathaus sind im Einsatz, zumeist als Wahlvorsteher und als Schriftführer. „Dann haben wir später nicht die Rennerei“, so die Wahlleiterin, die davon ausgeht, dass gegen 19.30 Uhr das Ergebnis der Europawahl in Lorch feststeht. Dann kann erst die Bürgermeisterwahl ausgezählt werden. Verfolgen können die Bürger das Eintrudeln der Ergebnisse im Sitzungssaal des Rathauses. Hat kein Kandidat mindestens 50 Prozent plus eine Stimme, gibt es am 16. Juni eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

In Oestrich-Winkel fällt die Entscheidung schon am Sonntag. Weil die Wahlvorstände extra geschult und auch nicht zum ersten Mal im Einsatz sind und es drei Briefwahlvorstände gibt, rechnet Kempenich spätestens um 20 Uhr mit einem Ergebnis der Europawahl. Dann wird der Bürgermeister ermittelt. Die Ergebnisse werden im Bürgerzentrum präsentiert.

Wiesbadener Kurier 23.05.2019

 

Jürgen Helbing strebt eine dritte Amtszeit in Lorch an

Erschienen am 23.05.2019 um 02:55 Uhr, zuletzt geändert am 23.05.2019 um 03:30 Uhr

Der Lorcher Bürgermeister Jürgen Helbing (CDU), der seit elfeinhalb Jahren im Amt ist, hat noch Ziele, die er in einer weiteren Wahlperiode abarbeiten will.

Jürgen Helbing hätte gerne sechs weitere Jahre im Amt, um alle seine Ziele zu erreichen.

LORCH - (bad). Für 18 Jahre hat Amtsinhaber Jürgen Helbing (CDU) von Anfang an geplant. „Um die vielen Dinge umzusetzen, die ich mir vorgenommen habe.“ Elfeinhalb Jahre ist der 68-jährige ehemalige Kriminalbeamte, der – damals noch für die FWG – viele Jahre Erster Stadtrat in Lorch war, im Amt. Für die nächsten und gleichzeitig letzten sechs Jahre hat sich der Opa von zwei Enkeln vorgenommen, Lorch komplett zu entschulden, eine Senioreneinrichtung zu bauen und ein medizinisches Versorgungszentrum aufzubauen. Außerdem soll Lorch fit gemacht werden für die Bundesgartenschau 2029. Für wichtig hält es Helbing zudem, dass die Wisperstadt vorbereitet ist, wenn eines Tages, so vermutet er, die Stadtflucht einsetzen wird. Dazu sollen Flächen in allen Ortsteilen vorgehalten werden.

Wiesbadener Kurier 23.05.2019

 

Lorcher Bürgermeisterkandidaten stellen sich Fragen

Von Barbara Dietel

Erschienen am 23.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 24.05.2019 um 13:21 Uhr

Beim Forum zur Lorcher Bürgermeisterwahl am 26. Mai traten keine großen Unterschiede zwischen Amtsinhaber Jürgen Helbing und seinen Herausforderern Georg Breitwieser und Ivo Reßler auf.

 

 

Stellen sich den Fragen von Kurier-Mitarbeiter Thorsten Stötzer (links) und dem Leiter der Bezirksredaktion Sascha Kircher (rechts): Georg Breitwieser, Ivo Reßler und Jürgen Helbing (von links).Foto: René Vigneron

LORCH - Die Stadt weiterentwickeln, auch – aber nicht nur – mit Blick auf die Bundesgartenschau 2029, und gleichzeitig die Finanzen im Auge behalten. Wie kann das gelingen? Bürgermeister Jürgen Helbing setzt auf weitere Investitionen von Bund und Land, wohlwissend, dass Lorch auch immer einen Eigenanteil tragen muss. Seine beiden Herausforderer Georg Breitwieser und Ivo Reßler treten da auf die Bremse. Ginge es nach Reßler, würde die restliche Lohwiese für die Jugend erhalten. Die beiden anderen Kandidaten wollen dort eine Senioreneinrichtung. Das waren die beiden einzigen Punkte, in denen sich die drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 26. Mai beim Wahlforum dieser Zeitung grundlegend unterschieden. Bei der von Kurier-Mitarbeiter Thorsten Stötzer und dem Leiter der Bezirksredaktion, Sascha Kircher, moderierten Veranstaltung zeigten sich bei den Themen Soziales, Stadtentwicklung und Finanzen nur in Nuancen Unterschiede zwischen den sehr sachlich auftretenden Bewerbern.
Der riesige Schuldenstand der Stadt sei auf 6,5 Millionen Euro gesenkt worden, erinnerte Helbing, der Kandidat der CDU, der sich um eine dritte Amtszeit bewirbt. Gleichzeitig sei in der Stadt eine Menge passiert. Lorch sei für Touristen wesentlich attraktiver geworden. Mehr als zwei Nächte bleiben sie im Schnitt. Durch die Zusammenlegung von Kläranlagen und die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen habe die Stadt viel Geld gespart. Künftig könnten noch weitere Aufgaben gemeinsam erledigt werden. 
Reßler, bis vor einem halben Jahr noch CDU-Mitglied, jetzt unabhängiger Kandidat, unterstützt von der FWG, will künftige Haushalte verhaltener planen. „Wenn wir die 25 Prozent Eigenmittel für Investitionen nicht haben, haben wir sie nicht“, betonte er. Um mehr Einnahmen zu generieren, will Reßler Unternehmen in Lorch ansiedeln. Er denkt an ein Gründerzentrum.
„Ich hoffe auf die Digitalisierung. Da ist es egal, wo die Produktionsstätte ist“, sieht auch Breitwieser, Kandidat der SPD, Potenzial durch die Ansiedlung von Gewerbe. Lorch brauche außerdem mehr Einwohner. Bei Zuschüssen müsse stets bedacht werden, dass sie auch Eigenmittel auslösen. Er plädierte dafür, alles nach weiteren Einnahmequellen zu durchforsten, ob dies höhere Park- und Nutzungsgebühren seien oder die Einführung einer Tourismusabgabe.
Bei den Investitionen in den Tourismus seien in der Vergangenheit die Bürger ein bisschen vergessen worden, erklärte Breitwieser, der für eine Politik der kleinen Schritte warb, um das touristische Angebot weiter zu verbessern. Dabei sei die Stadt auf die Hoteliers und Winzer angewiesen, aber auch auf die Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen im Rheingau. Alle drei Kandidaten wollen zusätzliche Freizeitangebote am Rheinufer schaffen. Geplant sei, rund 2,4 Hektar in den Rheinanlagen zu kaufen, so Helbing. Dort soll nach der Vorstellung von Helbing und Breitwieser auch der neue Bolzplatz entstehen. Reßler will einen Park zwischen Bahndamm und B42 anlegen – als Anreiz für Vorbeifahrende in Lorch Station zu machen. Lorch brauche mehr Freizeitaktivitäten, die ganzjährig Einnahmen bringen. Das werde auch die Stadt beleben. Für den mit 55 Jahren mit Abstand jüngsten Bewerber gehört die Jugend ins Zentrum. Einem Bolzplatz in den Rheinanlagen steht er skeptisch gegenüber.

Geld geht nicht nur nach Lorch

Einig sind sich alle drei aber wieder darüber, dass es nicht stimmt, dass alles Geld nach Lorch fließt und die Stadtteile leer ausgehen. Lorch habe, auch da sind sich alle einig, genügend Kita-Plätze. Keiner der Kandidaten hat ein Rezept gegen die Dauerbaustelle auf der B42. Selbst ein Verzicht auf den Radweg werde nichts nutzen, so Reßler. Das größte Problem sei nicht der Radweg, sondern die Sanierung der Mauern zur Bahn. Auch die Einflussmöglichkeiten Lorchs für eine schnelle Beseitigung des Bahnübergangs in Rüdesheim sehen alle drei Kandidaten als gering an. Dass die B42 stets zur „Magic Bike“ gesperrt wird, müssten die Lorcher allerdings nicht widerspruchslos hinnehmen, findet Breitwieser, lässt jedoch offen, ob er dagegen etwas unternehmen will.
Drei Kandidaten, viele Gemeinsamkeiten. Im Wesentlichen wird es am 26. Mai um die Frage gehen, wem die Wähler am ehesten zutrauen, die Pläne auch umzusetzen.

Wiesbadener Kurier 23.05.2019

Georg Breitwieser will es in Lorch noch mal wissen

Erschienen am 23.05.2019 um 02:50 Uhr, zuletzt geändert am 23.05.2019 um 03:30 Uhr

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Georg Breitwieser, will in Lorch Bürgermeister werden.

Foto:

LORCH - (bad). „Der Papst ist 83, den fragt auch keiner, ob er zu alt ist.“ Die geistige Frische sei keine Frage des Alters, sondern der Einstellung, sagt Georg Breitwieser (SPD). Der 70-Jährige will Verantwortung übernehmen aus Spaß und Freude, wie er sagt. Die nötigen Voraussetzungen bringe er mit: Lebenserfahrung, Verwaltungserfahrung und die Fähigkeit, Menschen zu motivieren. Der ehemalige Soldat, der 1968 nach Lorch kam, Grafiker und Drucker war und noch immer Geschäftsführer der AWO Rheingau-Taunus ist, war schon früher in der Lorcher und in der Kreispolitik aktiv. Der SPD-Fraktionsvorsitzende, der Kunst sammelt und Kunst macht, hat sich zweimal erfolglos in Bad Schwalbach als Bürgermeister beworben. Das ist allerdings schon 20 Jahre her. In Lorch hat er kurz vor Fristende seinen Hut in den Ring geworfen, weil er die beiden anderen Kandidaten nicht für geeignet hält.

Wiesbadener Kurier 23.05.2019

Ivo Reßler will Lorch nach vorne bringen

Erschienen am 23.05.2019 um 02:45 Uhr, zuletzt geändert am 23.05.2019 um 03:30 Uhr

Der unabhängige Bürgermeisterkandidat Ivo Reßler, der von der FWG unterstützt wird, sieht in seiner neuen Heimat Lorch Potenzial für mehr.

Ivo Reßler trat Ende 2018 aus der CDU aus und kandidiert nun als Unabhängiger.

LORCH - (bad). Der Jüngste im Bunde der Kandidaten ist Ivo Reßler mit seinen 55 Jahren. Seit 2008 wohnt der gebürtige Wiesbadener, der in Idstein aufgewachsen ist, in Lorch, das er schon von seiner Bundeswehrzeit her kennt. „Lorch ist unsere Heimat geworden“, erklärt der Vater von zwei Kindern. Das sei auch der Grund, warum er für das Amt des Bürgermeisters kandidiere. Der gelernte Heizungsbauer, der Energie- und Versorgungstechnik studierte und jetzt IT-Systembetreuer ist, bescheinigt sich selbst eine gehörige Portion Idealismus. Seine Arbeit in der Wirtschaft gebe er gerne auf, um in Lorch gemeinsam mit den Menschen etwas zu machen, sagt er. Als Bürgermeister habe er die Chance, Lorch nach vorne zu bringen, erklärt der unabhängige Kandidat, der von der FWG unterstützt wird.

Wiesbadener Kurier 17.05.2019

 

1. Kreativ-Garten-Café in Wollmerschied

Erschienen am 18.05.2019 um 00:00 Uhr

 

WOLLMERSCHIED - (red). Der Verein Kloster 9 lädt für Samstag, 18. Mai, von 15 bis 21 Uhr zum 1. Kreativ-Garten-Café ins Zentrum von Wollmerschied ein. Auf dem Programm stehen von zwei Künstlern angeleitete Workshops. Für sich selbst oder das bevorstehende Tropen-Tango-Festival können die Teilnehmer Dekokunst aus recycelbarem Material herstellen oder kleine Szenen im Wald einstudieren.

Das kreative Mitmachcafé biete Künstlern, Musikern, Selbstdarstellern, Poetry-Slammern, Akrobaten, Schriftstellern, Malern, Fotografen, Tänzern, Yoga-Fans und vielen anderen eine freie Bühne für ihre Performance. Das Café liefere den Rahmen, Material und Struktur. Den künstlerischen Raum fülle das Publikum aus. Zwischen Mai und Oktober öffnet das Kreativ-Garten-Café jeweils einen Samstag im Monat seine Pforten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Kloster 9 ist soziokulturelles Zentrum

Das Kreativ-Garten-Café sei eine weitere Option, junge Kunst und Kultur im Hinterlandwald populär zu machen, so Rike Kochem vom Verein Kloster 9. Von der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen habe Kloster 9 den Bescheid über die Förderung des Vereins als soziokulturelles Zentrum durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst bekommen. Gefördert werden nach Aussage von Kochem die Projekte Kreativ-Garten-Café und Tropen-Tango.

Wiesbadener Kurier 17.05.2019

 

Ivo Reßler will Lorcher Bürgermeister werden

Von Thorsten Stötzer

 Erschienen am 17.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 17.05.2019 um 03:50 Uhr

Ivo Reßler tritt als unabhängiger Bürgermeisterkandidat in Lorch an. Unterstützt wird der 55-jährige Familienvater, der bis zum Jahreswechsel CDU-Mitglied war, von der FWG.

Heimisch geworden an der Wisper: Ivo Reßler wohnt seit 2008 in Lorch und will nun Bürgermeister werden.Foto: Thorsten Stötzer

LORCH - Auf den Faktor Erfahrung, so überschlägt Ivo Reßler, spreche in etwa nur jeder fünfte Bürger im Wahlkampf an. Dabei hat der unabhängige Kandidat für das Lorcher Bürgermeisteramt bislang noch nie ein öffentliches Mandat oder Amt innegehabt. „Verwaltung kann man lernen“, ist der 55-Jährige überzeugt. Bis zum Jahreswechsel CDU-Mitglied, unterstützt ihn mittlerweile die FWG, ohne dass sich der unabhängige Status ändern soll, denn „ich werde nirgendwo eintreten“.

Mit Flugblättern, Bannern, einem Internetauftritt und Haustürgesprächen stellt Reßler sich vor. „Ältere Leute sind anders vernetzt“, hat er erkannt und baut daher auf den persönlichen Kontakt. Reßler arbeitet so an seinem Bekanntheitsgrad, denn erst 2008 zog er nach Lorch. Der Vater von zwei Kindern im Alter von sieben und neun Jahren dürfte aber für die Generation der Familienmütter und -väter recht vertraut sein, zumal er auch Übungsleiter für das Kinderturnen beim TV Lorch ist.

Haushalte verhalten planen

„Finanzen sind mein Thema“, erklärt der Bewerber zu einem für Lorch meist schwierigem Komplex. Die Grundsteuer B werde weiter steigen und über Jahre nicht fallen, fürchtet er. „Das Hilchenhaus ist derzeit lediglich ein Kostenfaktor für die Stadt“, meint Reßler, was sich durch eine Rückverlagerung der Tourist-Information – die sollte auch am Wochenende öffnen – ins Rathaus ändern könne. Dann werde im Renaissance-Bau, den er ein „Vorzeigeprojekt“ nennt, mehr Raum für das Tagungsgeschäft frei.

FORUM ZUR WAHL

Die Redaktion veranstaltet am Dienstag, 21. Mai, um 19 Uhr im Bürgerhaus Lorch, Kolpingstraße 5, ein Diskussionsforum mit den drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Sascha Kircher und Thorsten Stötzer moderieren den Abend, bei dem die Lorcher Bürgerinnen und Bürger den Bewerbern auf den Zahn fühlen und Fragen zu den für sie relevanten Themen stellen können. Einlass ist ab 18 Uhr, der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

„Wir müssen die Haushalte verhalten planen, nicht auf maximale Leistung“, fordert er. Projekte seien im Zweifel zurückzustellen, Veranstaltungen breiter zu vermarkten. Reßler hebt hervor, dass er aus der Wirtschaft kommt. Geboren in Wiesbaden und aufgewachsen in Idstein, hat er eine Ausbildung zum Heizungsbauer gemacht und in Gießen Energie- und Versorgungstechnik studiert.

2001 wechselte Reßler das Fach. Heute betreut er über eine in Mainz ansässige Tochtergesellschaft IT-Systeme bei der Aareal-Bank. Die Wirtschaftskraft Lorchs zu stärken, sei aber nicht von heute auf morgen realistisch. Einige Ideen hat er jedoch parat. Beispielsweise sei ein Blickfang an der B 42 nötig, auch schon im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2029. Ein Park zwischen Bahndamm und Bundesstraße schwebt ihm vor – mit Minigolfanlage, Barfußpfad oder Eisdiele als Attraktionen. Dafür würden private Investoren und Betreiber benötigt, was erst recht für einen Kletterpark im Wispertal oder für ein Wellness-Hotel auf der Höhe gälte. Für Reßler sind möglichst ganzjährige Anziehungspunkte bedeutsam, weil sie positive Effekte für kleineres Gewerbe nach sich zögen. Er habe Kontakte geknüpft: zum Verein „Zukunft und Entwicklung“ in Heidenrod, der Träger einer Gründerzentrum-Initiative ist, und zu Professor Wolfgang George, der die Nachbarn dabei beraten hat.

Bei allem ist es dem Unabhängigen wichtig, die Bürger früh in Vorhaben einzubinden. Das betrifft genauso die soziale Infrastruktur – Stichwort: Medizinisches Versorgungszentrum. Wohnangebote für Senioren kann sich Reßler dezentral in der Stadt statt auf der Lohwiese vorstellen. Die Jugendarbeit muss seines Erachtens nicht zwangsläufig am Bahnhof angesiedelt werden. Alternativen gäbe es in der St.-Benoit-Straße oder wenn der Bauhof ins Gewerbegebiet umziehe.

Wiesbadener Kurier 16.05.2019

Jürgen Helbing möchte Lorcher Bürgermeister bleiben

Von Thorsten Stötzer

 Erschienen am 16.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 16.05.2019 um 03:20 Uhr

Jürgen Helbing bewirbt sich für die CDU um eine dritte Amtszeit im Lorcher Rathaus. Auf seiner Agenda stehen eine Senioreneinrichtung und ein Medizinisches Versorgungszentrum.

Jürgen Helbing auf der Terrasse des Hilchenhauses: Dessen Sanierung zählt zu den Höhepunkten seiner Amtszeit.Foto: Thorsten Stötzer

LORCH - Mit 60,8 Prozent der Stimmen gewann Jürgen Helbing 2007 die Bürgermeisterwahl in Lorch und löste Günter Retzmann von der SPD ab, der 18 Jahre lang amtiert hatte und dann doch verlor. Schon damals habe er mit drei Perioden im Rathaus geplant, erklärt er – und tritt folglich am 26. Mai erneut an. Gern hebt Helbing hervor, was bisher erreicht worden sei: Die Minderung des Schuldenstandes der Stadt von einst 23 Millionen auf 6,4 Millionen Euro rangiert ganz oben.

Gesenkte Preise für Wasser und Abwasser – die seien die höchsten bundesweit gewesen – führt der Kandidat der CDU ebenso an. Unterm Strich seien nahezu alle Punkte abgearbeitet – bis auf eine Senioreneinrichtung und ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). „Und da bin ich mittendrin.“ Was das Haus für die Senioren betrifft, das auf der Lohwiese gebaut werden soll, präsentiert der Bürgermeister frisch modifizierte Entwürfe, die vom im Westerwald gefundenen Investor stammen.

„Es gibt keinen Dreijährigen, der nicht weiß, wer ich bin“

Ein zu gründendes MVZ wäre ein anderer Baustein, damit Bürger auch im höheren Alter in der Stadt wohnhaft bleiben können. Helbing hat sich in Rheinland-Pfalz und in Schleswig-Holstein informiert und plädiert für eine „medizinische Genossenschaft mit mehreren Partnern“. Die Kommune sollte einsteigen, ebenso die örtliche Apotheke und das Krankenhaus in Rüdesheim. „Alle Beteiligten sind guten Mutes.“ Im Hintergrund steht, dass die Lorcher Allgemeinärzte alle über 60 Jahre alt sind.

FORUM ZUR WAHL

Die Redaktion veranstaltet am Dienstag, 21. Mai, um 19 Uhr im Bürgerhaus Lorch, Kolpingstraße 5, ein Diskussionsforum mit den drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Sascha Kircher und Thorsten Stötzer moderieren den Abend, bei dem die Lorcher Bürgerinnen und Bürger den Bewerbern auf den Zahn fühlen und Fragen zu den für sie relevanten Themen stellen können. Einlass ist ab 18 Uhr, der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Mit einer Broschüre, Plakaten, kleinen Veranstaltungen und Bürgersprechstunden will er die Einwohner von seinem Programm überzeugen. Präsent sei er ohnehin in der Stadt: „In Lorch gibt es keinen Dreijährigen, der nicht weiß, wer ich bin.“ In der Kommunalpolitik war er von 1993 bis 2007 stets als Erster Stadtrat oder Stadtverordnetenvorsteher aktiv. Geboren wurde der 68-Jährige allerdings in Thüringen. Über Essen und Nordhessen gelangte er in die Region und kaufte 1987 ein Haus in Lorch. Der Polizei- und Kriminalbeamte hatte lange in der FWG seine politische Heimat, für die er 1995 bereits einen – erfolglosen – Bürgermeisterwahlkampf bestritt. 2010 wechselte er zur CDU. Er schätzt das „Netzwerk“, über das er nun verfüge. Fördertöpfe seien wichtig, denn „wir sind kein Gewerbe- und Industriestandort“. Es freue ihn zudem, dass Minister mit ihren Abteilungsleitern Sitzungen im Hilchenhaus abhalten, das ebenso in seiner Verantwortung saniert wurde wie das heutige Bürgerhaus. Investiert wurde ebenso von privater Seite: Dafür stehen das Wohnhaus des Vincenzstiftes, das Hotel im Schulhaus oder der Rewe-Markt. Wenngleich Helbing die Stadt noch in die Schuldenfreiheit führen möchte, zeichnen sich weitere Maßnahmen ab: „Der Bahnhof ist ein großes Thema.“ Die Stadt hat einen halben Hektar Grund erworben, um Park-and-ride-Parkplätze und Fahrradabstellflächen einzurichten. Der alte Güterschuppen könnte künftig für die Jugendarbeit genutzt werden.

Rund 2,4 Hektar Land in den Rheinanlagen hat Helbing ebenfalls im Blick; noch gehören sie dem Land. Zwischen Bahnhof und früherer Kläranlage könnte das Areal eine neue Fasson erhalten. Fixpunkt ist dabei die Bundesgartenschau 2029, für die er eine Interessengemeinschaft gründen will. Die Zuwächse im Tourismus sind schon heute ein Punkt, auf den der Christdemokrat baut.

Wiesbadener Kurier 15.05.2019

 

 

Georg Breitwieser will Lorcher Bürgermeister werden

Von Thorsten Stötzer

 Erschienen am 15.05.2019 um 03:00 Uhr, zuletzt geändert am 15.05.2019 um 03:30 Uhr

Der 70 Jahre alte Georg Breitwieser will für die SPD Lorcher Bürgermeister werden. Er will die Gremien stärker einbinden, die Kommunikation ausbauen und auf die Einwohner zugehen.

Bürgermeisterkandidat Georg Breitwieser liebt das Kreative, wie hier auf seiner privaten Kulturparzelle zu sehen ist.Foto: Thorsten Stötzer

LORCH - Als Georg Breitwieser einst in Bad Schwalbach Rathauschef werden wollte, hat ihn die als brandenburgische Sozialministerin bekannt gewordene Regine Hildebrandt unterstützt und für eine volle Stadthalle gesorgt. Solche Wahlkampfzeiten sind vorüber, dem ist sich der SPD-Bewerber für das Lorcher Bürgermeisteramt bewusst. Er setze auf „Mittel, die zu mir passen“. „Ich werde nicht plötzlich in Schlips und Kragen rumlaufen und große Reden schwingen“, verspricht der 70-Jährige. „Die Leute wissen, wer man ist, und mit wem sie es zu tun haben.“ Erfahrungen aus seinen Bürgermeisterwahlkämpfen 1995 und 2001 in Bad Schwalbach hält er heute nicht mehr für nützlich, das sei zu lange her.

Unmut gegenüber dem Amtsinhaber

Überhaupt war nicht langfristig absehbar, dass sich der Sozialdemokrat noch einmal um solch einen Posten bewirbt. „Wir wollten erst einen jungen Kandidaten finden“, schildert Breitwieser die Lage bei der Lorcher SPD, die dann zunächst aber niemanden nominierte. Dass er sich doch aufstellen ließ, begründet Breitwieser einerseits mit Unmut gegenüber Amtsinhaber Jürgen Helbing (CDU) und der Kandidatur des unabhängigen und inzwischen von der FWG unterstützten Ivo Reßler – der sei wenig geeignet.

„Ich fühle mich nicht wie 70“, beteuert Breitwieser, „geistige Frische ist keine Frage der Lebensjahre“. Er sei „demokratisch erzogen“ und gewohnt, sich einzusetzen. Er wolle die Gremien stärker einbinden, allgemein die Kommunikation ausbauen und auf die Einwohner zugehen. Dezernatsverteilung im Magistrat, Kommissionen mit sachkundigen Bürgern und ein von den Stadtverordneten zu gründender Ausschuss für die Bundesgartenschau 2029 sind Elemente dabei. Für die bisherige Nutzung der Lohwiese seien früher Ersatzangebote nötig gewesen. Als Baupläne des Vincenzstifts bekannt wurden, „hat man die Leute einfach diffamiert“, die kritisch eingestellt gewesen seien.

FORUM ZUR WAHL

Die Redaktion veranstaltet am Dienstag, 21. Mai, um 19 Uhr im Bürgerhaus Lorch, Kolpingstraße 5, ein Diskussionsforum mit den drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Sascha Kircher und Thorsten Stötzer moderieren den Abend, bei dem die Lorcher Bürgerinnen und Bürger den Bewerbern auf den Zahn fühlen und Fragen zu den für sie relevanten Themen stellen können. Einlass ist ab 18 Uhr, der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Breitwiesers politische Erfahrung ist groß. Er fungiert heute genauso als Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung wie 1989, als in Person Günter Retzmanns erstmals ein Sozialdemokrat Lorcher Bürgermeister wurde. Die Liste der Funktionen ist lang beim ehemaligen Soldaten, der vor 50 Jahren auf den Ranselberg zog, wo er nun wieder wohnt. Ansetzen will er bei der ärztlichen Versorgung. Bei den Kindergärten hält er stadtinterne Bustransfers für besser als Wege über die Landesgrenze. Ein Bolzplatz in den Rheinanlagen wäre ein solches alternatives Freizeitangebot. Generell möchte Breitwieser die Jugendarbeit professionalisieren. Das sei eine Pflichtaufgabe der Stadt, die jedoch nicht mit Inhalt und Geld ausgestattet sei. Um die Pläne im alten Güterschuppen am Bahnhof umzusetzen, sei womöglich ein Zaun entlang der Gleise erforderlich.

Als Kreisvorsitzender und aktuell noch amtierender Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt hat er Bezug zu sozialen Themen. Potenzial für Bauplätze sieht Georg Breitwieser an zwei Stellen auf dem Ranselberg und bringt Erbpachtmodelle ins Spiel. Seniorenarbeit, das kommunale Entwicklungskonzept Ikek und Straßensanierungen stehen ebenfalls auf seiner Agenda. Alles sei mit der Konsolidierung des Haushaltes in Einklang zu setzen. Da vermisst der SPD-Kandidat aktuell „Ernsthaftigkeit“ und will das Augenmerk darauf legen, Ausgaben zu vermeiden. Eine Beleuchtung des Strunks hält Breitwieser zum Beispiel für verzichtbar.

 Rheingau-Echo. Erstellungsdatum: 07.03.2019 - 11:25

 

Gaudi Fest und Tropen Tango

SPD Lorch sieht ein vielfältiges Kulturangebot in der Stadt

Lorch. (av) – Begeistert zeigt sich die Lorcher SPD vom breiten kulturellen Angebot, das sich mittlerweile in Lorch entwickelt hat. Neben den Angeboten imBereich der traditionellen Musik und des Kulturvereins, die seit vielen Jahren eine Grundlage des Angebotes darstellten, seien neue Kulturangebote auch aus anderen Bereichen hinzugekommen. „Es ist beachtlich, was in Lorch an kulturellen Angeboten existiert, das gilt für die Kernstadt als auch für die Stadtteile“, soSPD-Vorstandsmitglied Georg Breitwieser, „dies geschieht alles mit großem ehrenamtlichen Engagement und verdient unsere volle Anerkennung“.

Aus diesem Grund ist es ihm auch wichtig, den Konflikt „Tropen Tango“ einvernehmlich zu lösen. Die SPD-Fraktion hat deshalb die Themenbehandlung in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung beantragt. Ferner werde man versuchen, mit dem Verein das direkte Gespräch zu führen, so Breitwieser.